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Das Festkomitee trauert um Gisbert Brovot

Das Festkomitee Kölner Karneval von 1823 trauert um seinen Ehrenpräsidenten und Kölner Prinz Karneval Gisbert Brovot, der im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Mit ihm verliert der Kölner Karneval einen besonderen Menschen, der mit Weitsicht und Humor den Kölner Karneval in einer schwierigen Zeit geprägt und weiter entwickelt hat. Gisbert Brovot war ein Roter Funk und stellte als Prinz Karneval gemeinsam mit seinen beiden Korpskameraden Heinz Berg (Bauer Heinz) und Heinz-Josef Adams (Jungfrau Henriette) das Kölner Dreigestirn der Session 1969.

Von 1989 bis 1994 war er Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. In seine Amtszeit fiel die Wiedervereinigung Deutschlands und der Golfkrieg mit dem damit verbundenen Ausfall des Kölner Rosenmontagszuges im Jahr 1991. Die Kölner Jecken tummelten sich seinerzeit an Rosenmontag trotzdem bei spontanen Umzügen auf dem Zugweg, Gisbert Brovot war mit vill Hätz und Humor einer von ihnen. Er stand zu der Verantwortung, den Zug abzusagen, doch feierte er von Herzen und mit Augenmaß. Er half den Jecken dabei, Zerstreuung in einer von Unsicherheiten erfüllten Zeit zu finden.

Als erfolgreichem Architekt war ihm eine besondere Kreativität in die Wiege gelegt. Gisbert hatte ein Faible für wunderbaren spontanen Blödsinn und verkleidete sich gerne bis zur völligen Unkenntlichkeit – und verblüffte so manchen Jeck. Er hatte Mut, verteidigte seine Ideen, war schlagfertig und ging als ideenreicher Geist gerne neue Wege. Sein Ziel war es, den Kölner Karneval aus seiner damaligen Starre und manchen selbstgemachten engen Konventionen zu befreien. Erstmals wurden unter seiner Präsidentschaft Frauen in den Vorstand berufen, und er suchte den Kontakt zu alternativen Kreisen des Fastelovends. Damit war er manchen Karnevalisten dieser Zeit voraus. Er besuchte 1994 offiziell die damals recht kritisch eingeschätzte Stunksitzung und trug dabei selbstverständlich seine Präsidentenmütze. Dies führte zum Ende seiner Amtszeit – ein heute undenkbarer Vorgang. Doch er ließ sich nicht verbiegen bei seinem persönlichen Einsatz für das Kulturgut Kölner Karneval.

Gisbert wird mit seiner konsequenten Haltung immer ein Vorbild für alle Kölner Karnevalisten sein. Er war ein guter Freund und Ratgeber, ein wunderbarer Jeck und ein aufrechter, sehr humorvoller Mensch, der die Menschen liebte. Er wird dem Karneval fehlen. Das Festkomitee und die Mitglieder der Kölner Karnevalsgesellschaften trauen mit seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern und allen Anverwandten.

Herausgeber der Presseinformation: Festkomitee Kölner Karneval

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